Das Cheating-Ökosystem ist ein milliardenschwerer Markt: So geht #TeamRICOCHET dagegen vor

  • MW4
  • BO7
  • News

Hinter jedem Cheat, der sich in ein Call of Duty-Match einschleicht, steckt ein riesiges Ökosystem, das auf Wiederverkäufern, umbenannten Tools, illegalen Accounts und Kunden basiert, die weitaus mehr Informationen offenlegen, als ihnen bewusst ist.

Von außen betrachtet kann Cheaten in Call of Duty ziemlich einfach aussehen.

 

Jemand lädt einen Cheat herunter, manipuliert die Eingaben seines Controllers, tritt einem Match bei und ruiniert das Erlebnis für alle anderen. Was die meisten Spieler:innen nie sehen, ist das Geschäft, das dahinter steckt.

 

Cheat-Anbieter haben einen riesigen, milliardenschweren Marktplatz aus Wiederverkäufern, Abonnementdiensten, Cheat-Reskins, illegalen Accounts, Spoofing-Tools und organisierten Vertriebsnetzen aufgebaut.

 

Da Cheating in der gesamten Branche von riesigen, organisierten, illegalen Netzwerken getragen wird, geht das RICOCHET Anti-Cheat-Team den Kampf nicht einzeln über jedes Konto an. Wir gehen das Cheating-Geschäft von mehreren Seiten an, indem wir die Infrastruktur, die Vertriebsnetzwerke und die Betreiber ins Visier nehmen, die das Cheating-Ökosystem am Leben erhalten.

 

RICOCHET Anti-Cheat kombiniert Erkennung, Kontosicherheit, TPM 2.0-Durchsetzung, tiefgreifende Untersuchungen und rechtliche Schritte im Kampf gegen diesen Markt. Jede dieser Schichten zielt auf einen anderen Teil des Marktes ab: Cheats und Cheating-Verhalten, Ersatzkonten, Hardware- und Umgehungsversuche, Vertriebsnetzwerke und die Leute, die sie betreiben.

 

Eine Analyse vom Februar der Bedrohungsanalyseplattform Intorqa schätzte, dass Cheat-Abonnements in 15 Spielen jährlich etwa 3,5 Milliarden Dollar einbringen. Wenn angrenzende Branchen – wie Kontoverkäufe, Boosting, Spoofing und andere Dienste – einbezogen werden, schätzt Intorqa die breitere Cheating-Wirtschaft auf etwa 8,5 Milliarden Dollar pro Jahr.

Cheat-Entwickler sitzen an der Spitze der Pyramide dieses illegalen Marktes.

 

Auch wenn manche öffentlich agieren, verstecken sich viele bewusst hinter Vermittlern und nutzen Wiederverkäufer und Support-Teams, um sich vor den Kunden abzuschirmen. Sie meiden den direkten Vertrieb, das Marketing und die Vertriebskanäle, die sie entlarven könnten. Auf der Ebene darunter bringen Primäranbieter die Produkte auf den Markt. Sie verkaufen Cheats direkt an Kunden und versorgen die Wiederverkäufer, die die Reichweite des Geschäfts ausweiten.

 

Darunter wiederum verbreiten mehrere Ebenen von Wiederverkäufern dieselben Produkte über sich überschneidende Shops, Communities und Vertriebskanäle. #TeamRICOCHET verfolgt Hunderte dieser Anbieter. Entwickler können von einem breiten Vertriebsnetz profitieren, während Wiederverkäufer die Kundenbetreuung übernehmen, die für mehr Sichtbarkeit sorgt.

 

Verkäufer erzeugen auch die Illusion endloser Vielfalt. Tatsächlich sind viele „verschiedene“ Cheats das gleiche Produkt, nur mit einem anderen Logo, Namen oder Shop.

 

Wir haben technische Erkennung mit konsequenten rechtlichen Maßnahmen kombiniert, um das Cheater-Ökosystem auf jeder Ebene zu destabilisieren. Wir haben mehr als 375 Betriebstätigkeiten von Wiederverkäufern unterbunden, mehr als 80 Unterlassungsaufforderungen ausgesprochen und dazu beigetragen, 31 der wichtigsten Cheat-Anbieter stillzulegen.

 

Rechtliche Schritte zielen direkt auf die Einnahmen, Zahlungswege und Geschäftsbeziehungen ab, die diese Machenschaften am Laufen halten, wodurch es immer schwieriger wird, das Geschäft mit Cheaten aufrechtzuerhalten.

Spieler:innen spüren die Auswirkungen, wenn Cheat-Anbieter offline gehen oder ein Cheater nicht zurück in ein Match kommt. Was wie ein zufälliger Ausfall bei Cheats oder eine Störung bei einem Wiederverkäufer aussieht, ist oft ein Zeichen dafür, dass Druck auf die Cheat-Branche ausgeübt wird.

 

Cheat-Anbieter nutzen oft Marketing-Taktiken und Posts in sozialen Medien, um ihre Geschäfte als stabil erscheinen zu lassen, selbst wenn sie unter erheblichem Druck stehen. Wir haben gesehen, wie Cheat-Entwickler soziale Plattformen nutzen, um monatelange Ausfallzeiten mit Ausreden wie der „Grippe“, einer „Operation“ oder einem „Autounfall“ zu erklären, anstatt einzuräumen, dass ihre Produkte entdeckt wurden und nicht mehr zuverlässig sind.

 

Diese Nachrichten sind Teil der Strategie, mit der sie ihre Kunden beruhigen, während unsere Systeme ihre Netzwerke immer wieder lahmlegen.

 

Die drei Säulen dieses Marktes

 

Das Cheating-Ökosystem basiert auf drei miteinander verbundenen Bereichen: Cheats, Konten und Umgehung.  Jeder Bereich ist mit den anderen verknüpft, und gemeinsam tragen sie dazu bei, dass das Gesamtsystem funktioniert.

 

Cheats

 

Das ist die Kategorie, die die meisten Spieler:innen zuerst erkennen.

 

Aimbots. Wallhacks. Rage-Cheats. Freischalt-Tools. DMA-basierte Cheating-Hardware. Externe Geräte und Tools, die das Spiel manipulieren sollen, darunter Cronus, XIM und Titan.

 

Anbieter von Cheats bieten den Zugang auf unterschiedliche Weise an: als monatliche Abonnements, wöchentliche Zugangsgebühren oder Premium-Pakete. Oft bewerben sie diese Produkte als „privat“, „maßgeschneidert“ oder „exklusiv“, auch wenn Wiederverkäuferketten dieselben Tools weitläufig auf dem Markt vertreiben.

 

RICOCHET Anti-Cheat bekämpft diese Tools mit einem mehrschichtigen Ansatz. Technische Erkennungsmechanismen suchen nach nicht autorisierter Software, die mit dem Spiel interagiert, während Verhaltensanalysesysteme das Spielgeschehen über einen längeren Zeitraum hinweg auf Muster untersuchen, die mit automatisierter Unterstützung in Verbindung stehen. Das hilft dabei, Ermittlungen und Maßnahmen gegen die betreffenden Konten zu unterstützen.

 

Konten

 

Cheater brauchen Konten. Wenn diese Konten aus dem Verkehr gezogen werden, versucht der Markt sofort, sie zu ersetzen.

 

Die Nachfrage hat eine Wirtschaft rund um gestohlene Konten, veraltete Konten, Konten für Ranglistenspiele und Boosting-Dienste geschaffen.

 

Dieser Markt existiert vor dem größeren Hintergrund von Kontodiebstählen. Die Verbraucherschutzbehörde in den USA zitiert eine Studie mit 10.000 Spielern weltweit, in der jeder Dritte angab, dass sein Gaming-Konto in den letzten zwei Jahren gehackt worden war.

 

Mit verbesserter Kontosicherheit werden Ersatzkonten schwieriger zu beschaffen und teurer zu nutzen. Unsere Vorgaben zur Zwei-Faktor-Authentifizierung tragen dazu bei, Spieler:innen vor dem Missbrauch ihrer Konten zu schützen und gleichzeitig die Anzahl der Wegwerf- oder gestohlenen Konten zu verringern, die böswillige Akteure nutzen, um nach der Durchsetzung von Maßnahmen wieder ins Spiel zu gelangen.

 

Hardwarebasierte Schutzmaßnahmen schaffen eine weitere Hürde. TPM 2.0, Secure Boot und Remote-Attestierung helfen, Vertrauen herzustellen, bevor ein Match überhaupt beginnt, indem sie die Integrität des verwendeten PCs überprüfen. Zusammen sorgen strengere Sicherheitsmaßnahmen für Konten und Überprüfungen der Geräteintegrität dafür, dass Cheater auf teurere Dienste ausweichen müssen, was die Gesamtkosten für die aktive Teilnahme an dem System in die Höhe treibt.

 

Umgehungsversuche

 

Die dritte Säule hilft Wiederholungstätern dabei, nicht erwischt zu werden und hardwarebasierte Kontrollen zu umgehen.

 

Verkäufer bieten Spoofing-Tools, Umgehungsprogramme und ähnliche Dienste an, um Cheatern dabei zu helfen, nach Strafmaßnahmen wieder in das Ökosystem zurückzukehren. Während sich die Vollstreckung weiterentwickelt, suchen diese Verkäufer ständig nach Wegen, sie zu umgehen. Unsere verhaltensbasierten und technischen Erkennungsmechanismen, gepaart mit aktualisierten Sicherheitsanforderungen wie Microsoft Azure Attestation, helfen uns dabei, diese Angriffe abzuwehren.

 

Die Schutzmaßnahmen von RICOCHET Anti-Cheat erschweren es diesen Spoofern, sich Zugang zu verschaffen, und unsere verbesserten Funktionen zum Sperren von Hardware halten böswillige Akteure fern. Letzten Monat haben wir im Rahmen unseres fortlaufenden Einsatzes gegen Cheating mehr als 70.000 neue Hardware-Sperren verhängt.

 

Jede Säule unterstützt die anderen. Gerät ein Teil des Marktes unter Druck, breitet sich die Instabilität im gesamten Ökosystem aus.

 

Täuschende Vielfalt

 

Eines der größten Missverständnisse über den Cheat-Markt ist, dass Spieler:innen Zugriff auf eine breite Auswahl unterschiedlicher Produkte haben. Viele Entwickler verkaufen die gleichen Cheats unter verschiedenen Namen. In manchen Fällen ist der Verkäufer eines Cheats nicht dessen Urheber. Wiederverkäufer können Quellcode kaufen, wiederverwenden, modifizieren oder stehlen und ihn dann unter einer neuen Marke neu verpacken. Derselbe Cheat kann gleichzeitig unter mehreren Markennamen auftauchen, und die Verkäufer profitieren von dieser Unklarheit, weil sie dazu beiträgt, dass entdeckte Produkte länger im Umlauf bleiben, die Communitys, die über Sperren diskutieren, gespalten werden und der Anschein von Innovation entsteht, wo es eigentlich kaum welche gibt.

 

Der Wiederverkäufermarkt bietet auch Raum für Scams. Bei sogenannten „Exit-Scams“ verschwinden die Anbieter, nachdem sie Zahlungen eingezogen haben, oder melden sich während intensiver Ermittlungsphasen nicht mehr, behaupten, sie seien Ziel von rechtlichen Maßnahmen geworden, und starten dann unter einem neuen Namen irgendwo anders ihr Geschäft neu.

 

Das Ökosystem basiert fast genauso sehr auf Fehlinformationen wie auf Software und Hardware. Deshalb nehmen wir nicht nur die Hauptanbieter ins Visier, sondern auch die Wiederverkäufer, die versuchen, entdeckte Cheats neu verpackt anzubieten.

 

Was Cheat-Verkäufer wirklich von ihren Kunden bekommen

 

Cheat-Anbieter machen mehr, als nur Software zu verkaufen. Sie sammeln auch Daten von Kunden, die bereitwillig Sicherheitsschutzmaßnahmen deaktivieren, und setzen sie und ihre Systeme Risiken aus.

 

In vielen Cheat-Communities müssen Nutzer ihre Konten verifizieren, bevor sie Zugang zu privaten Foren oder Downloads erhalten. Dabei kommen Authentifizierungsverfahren zum Einsatz, die echte IP-Adressen, verknüpfte Discord-Konten, Hardware-Informationen, E-Mail-Adressen, Zahlungsdaten und andere identifizierende Informationen offenlegen können. Andere Händler gehen noch weiter und verlangen einen Lichtbildausweis als Teil des Einstiegsprozesses.

Cheat-Entwickler betten auch Malware in ihre Produkte ein.

 

Die Kosten des Cheatens erhöhen

 

Cheaten ist teuer, und der Druck auf das Ökosystem treibt diese Kosten in die Höhe.

 

Abonnements für Cheats kosten im Schnitt etwa 40 Dollar im Monat, im oberen Bereich sogar über 100 Dollar. Spoofer verursachen weitere wiederkehrende Kosten. Das bedeutet, ein einzelner Cheater könnte nur für das Cheaten über 1.000 Dollar pro Jahr ausgeben. DMA-bezogene Hardware und Dienste treiben die Kosten noch weiter in die Höhe.

 

Im Laufe eines Jahres geben manche Spieler:innen Hunderte von Dollar, wenn nicht sogar Tausende, aus, um sich weiterhin Zugang zu Cheats, Umgehungsprogrammen und Ersatzkonten zu sichern.

 

Letztendlich ist Cheaten eine schlechte Investition. Jedes Mal, wenn wir einen Betrüger entlarven und sperren, ist das Geld, das er für seine Betrügereien ausgegeben hat, für ihn verloren. Und das alles nur für einen kurzzeitigen Ego-Schub. RICOCHET Anti-Cheat macht Cheaten immer schwieriger, riskanter und kostspieliger. Unsere mehrschichtigen Systeme erzeugen Widerstand im gesamten Markt, und dieser Druck verändert das Verhalten.

 

Das Ökosystem verändert sich ständig. Wir uns auch.